
RechercheBerichte von Democracy for Sale und The Times; weder von der Curacao Gaming Authority noch von einem Gericht festgestellt.
Tether.bet soll seine Curacao Lizenz mit einem offenbar gefälschten Dokument erhalten haben
Die Wettseite Tether.bet, die im August geschlossen wurde, hat ihre Curacao Lizenz laut Democracy for Sale und The Times unter anderem auf Grundlage eines Immobiliendokuments erhalten, das offenbar gefälscht ist. Eine Behörde oder ein Gericht hat das nicht festgestellt. [1][2]
Für Sie als Spieler bei einem Casino mit Curacao Lizenz ist weniger die geschlossene Seite interessant als die Frage, wie die Lizenz zustande kam. Laut den internen Unterlagen wurde der Antrag genehmigt, obwohl Nachweise fehlten. Die Unterlagen stammen aus dem Lizenzregister von Curacao. [1]
Was vorgeworfen wird
Laut Democracy for Sale ist in den Lizenzunterlagen Hon Kong Yong, ein Buchhalter aus Malaysia, als Eigentümer von Tether.bet angegeben. Als Nachweis, dass er das Geschäft finanzieren kann, soll er einen Kaufvertrag von 2020 über eine Immobilie im Londoner Stadtteil Kensington im Wert von 3,75 Millionen Pfund eingereicht haben. [1]
Das britische Grundbuch bestätigt einen Verkauf im Mai 2020, deutet aber darauf hin, dass Yong nicht der Verkäufer war. Die Times erreichte die in öffentlichen Dokumenten genannten Verkäufer, ein französisches Rentnerpaar. Beide erklärten, Yong weder zu kennen noch je von ihm gehört zu haben. Auch der als Käufer eingetragene Schweizer Bankier kannte ihn nicht. [1]
In einem Herkunftsnachweis vom April 2024 soll Yong ein Vermögen von 8 Millionen Pfund und ein Jahresgehalt von 40.000 Pfund angegeben haben. [1] Auf eine Anfrage von Democracy for Sale antwortete er nicht. [1]
Wie die Lizenz genehmigt wurde
Am bemerkenswertesten sind die internen Prüfnotizen. Demnach hielten die Prüfer in Curacao fest, dass Yong keine Darlehensverträge für seinen Geschäftsplan vorgelegt hatte, genehmigten die Lizenz aber mit der Begründung, der wirtschaftlich Berechtigte verfüge über die Mittel, diesen und einen weiteren Antrag zu finanzieren. [1]
Die Curacao Gaming Authority (CGA) hat sich zu den konkreten Vorwürfen nicht öffentlich geäußert. Lizenznummer und aktuellen Status von Tether.bet im Register der CGA konnten wir nicht überprüfen.
Woher die Unterlagen stammen
Democracy for Sale gibt an, die Unterlagen stammten aus dem Lizenzregister von Curacao und seien mit der Times geteilt worden. [1] SBC News bringt das Material mit dem Zugriff von Lilith Wittmann auf die Systeme der CGA in Verbindung, demselben Vorfall, der hinter dem CasinoSecrets Leak steht. [2] Die CGA hatte im September bestätigt, dass auf ihr früheres Portal unbefugt zugegriffen wurde. [3]
Die Antwort von George Cottrell
Die Berichte bringen Tether.bet mit George Cottrell in Verbindung, einem engen Vertrauten und Spender des Reform UK Vorsitzenden Nigel Farage. Laut SBC News gibt es Vorwürfe, Cottrell habe britische Spieler mit hohen Einsätzen an die Seite vermittelt. [2] Democracy for Sale schreibt zugleich, dass nichts auf eine Beteiligung Cottrells am Lizenzantrag hindeute. [1]
Cottrells Anwälte erklären, er habe kein Interesse an Tether.bet, sei weder Gesellschafter noch Direktor, Angestellter oder Berater gewesen und habe keine Kunden für die Seite geworben. Seine Beziehung zu Tether.bet habe sich auf die eines Kunden beschränkt; mit dem Eigentümer sei er befreundet. [1][2]
Die Seite existiert nicht mehr
Tether.bet hatte seinen Sitz in Montenegro und stellte den Betrieb im August 2026 ein. Die Domain leitete zunächst auf eine andere Plattform namens NNVIP88 weiter und ist laut SBC News aus Großbritannien nicht mehr erreichbar. [2] Mit Tether, dem Unternehmen hinter dem Stablecoin USDT, hat Tether.bet nichts zu tun.
Was das für Spieler bedeutet
Die Vorwürfe betreffen einen einzelnen, geschlossenen Anbieter und sagen nichts über andere Casinos mit Curacao Lizenz aus. Sie zeigen aber, warum ein Lizenzsiegel im Footer kein ausreichender Nachweis ist. Prüfen Sie Unternehmen und Lizenznummer im Register der Behörde selbst. Nach dem Datenleck hat die CGA ihr Portal umgestellt; was wir dabei vorgefunden haben, beschreiben wir in unserem Test von Curacaos neuem Lizenzportal.
Hilfe bei Glücksspielproblemen bietet das BZgA-Beratungstelefon unter 0800 1 37 27 00, kostenlos.
Häufige Fragen
Ist bewiesen, dass das Dokument gefälscht war?
Nein. Der Vorwurf stammt von Democracy for Sale und der Times und stützt sich auf Grundbuchdaten und Aussagen der Verkäufer. Weder eine Behörde noch ein Gericht hat eine Fälschung festgestellt, und die CGA hat sich nicht öffentlich geäußert.
Hat Tether.bet etwas mit Tether oder USDT zu tun?
Nein. Tether.bet war eine eigenständige Wettseite, die im August 2026 geschlossen wurde. Mit Tether, dem Unternehmen hinter dem Stablecoin USDT, besteht keine Verbindung.
Was sagt George Cottrell?
Seine Anwälte erklären, er habe Tether.bet nie besessen, geführt oder dafür gearbeitet und sei lediglich Kunde gewesen. Laut Democracy for Sale deutet nichts darauf hin, dass er am Lizenzantrag beteiligt war.
Quellen
- Democracy for Sale: Gambling site linked to George Cottrell 'used fake document to get licence' (22. Oktober 2026)
- SBC News: Tether.bet under scrutiny over licence documents (26. Oktober 2026)
- Curacao Gaming Authority: Follow-up on unauthorized access to the CGA online gaming portal (22. September 2026, PDF)