Luftaufnahme von Halle (Saale), dem Sitz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder

GGL nach fünf Jahren: Behörde will flexiblere Regeln für den Online-Markt

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder sieht den Online-Markt sich schneller verändern, als sich der Staatsvertrag anpassen lässt. Fünf Jahre nach ihrer Gründung wünscht sie sich bei der Evaluierung mehr Spielraum. [1][2]

Das ist kein Eingeständnis, dass die Regeln gescheitert sind, und die Behörde sagt nichts über Abwanderung von Spielern. Interessant ist die Frage aber auch für Spieler: Wofür soll die neue Flexibilität genutzt werden?

Die Bilanz in Zahlen

Laut GGL entwickeln sich Geschäftsmodelle, Technik und illegale Angebote schneller, als das Recht angepasst werden kann. Sie will bei der Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 prüfen lassen, wie Regulierung schneller reagieren kann. [1][2]

  • Markt: 129 Veranstalter und Vermittler mit GGL-Erlaubnis, 229 erlaubte Glücksspielseiten. [1]
  • Aufsicht: mehr als 600 Kontrollen im Jahr 2025, zwei Erlaubnisse seit Beginn widerrufen. [1]
  • Untersagungen: von 68 Verfahren im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. Die Behörde nimmt zunehmend auch Zahlungsdienstleister, Werbepartner, Affiliate-Netzwerke und Hoster ins Visier. [1]
  • Kanalisierung: Eine Studie schätzt den Anteil regulierter Angebote am Online-Markt für 2024 auf rund 77 %. [2]
  • LUGAS: 5,3 Millionen registrierte Spieler Ende 2025. [2]

Was sich schon bewegt hat

Dass sich etwas bewegen kann, zeigt der Höchsteinsatz. Seit dem 1. Juli 2026 dürfen zugelassene Anbieter unter Bedingungen bis 3 Euro für Spieler ab 21 Jahren und bis 5 Euro nach einer 90-tägigen Prüfung erlauben. 1 Euro bleibt der Regelfall. Die 5-Sekunden-Regel und das allgemeine Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat gelten weiter.

Unsere Sicht

Wir spielen selbst, und wir sind für Spielerschutz, der wirkt. Selbst gesetzte Limits gehören dazu. Eine erzwungene Pause zwischen zwei Drehungen überzeugt uns weniger: Sie verändert das Spiel für alle, und wir sehen bisher nicht, was sie den Gefährdeten bringt.

Dazu kommt die Einsatzsteuer von 5,3 %. [3] Bei einer Auszahlungsquote von 96 % bleiben einem Anbieter rechnerisch 4 % der Einsätze, also weniger als die Steuer. Aus unserer Sicht drückt das auf die Auszahlungsquote legaler Slots, und das ist eine Rechnung, keine Angabe zu einem bestimmten Spiel. Wenn Spielerschutz das Ziel ist, gehören faire Gewinnchancen in die Evaluierung.

Unsere Meinung ändert die Rechtslage nicht. Rund 23 % außerhalb des regulierten Marktes heißt nicht, dass dieser Weg sicher ist: Casinos ohne Erlaubnis der GGL sind in Deutschland illegal, nach § 285 StGB können sich grundsätzlich auch Spieler strafbar machen, und OASIS und LUGAS greifen dort nicht. Wer gesperrt ist, sollte dort nicht spielen. Hilfe bekommen Sie beim BIÖG-Beratungstelefon unter 0800 1 37 27 00.

Häufige Fragen

Was fordert die GGL genau?

Die Behörde möchte, dass die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags prüft, wie Regulierung schneller auf Veränderungen reagieren kann, und wünscht sich mehr fachlichen Spielraum im bestehenden Rahmen.

Wie hoch ist die Kanalisierung in Deutschland?

Eine von der GGL genannte Studie schätzt den Anteil regulierter Angebote am Online-Glücksspielmarkt für 2024 auf rund 77 %.

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Über die Autorin

Leoni Richter

Redakteurin, PlayFrankCasino

Leoni Richter schreibt die deutschsprachigen Casino-Vergleiche von PlayFrankCasino. Sie prüft bei jedem Casino dieselben Punkte: Betreiber und Lizenz, ob Spieler aus Deutschland angenommen werden, Zahlungsmethoden für Ein- und Auszahlung, Auszahlungszeiten und Obergrenzen sowie die Bonusbedingungen mit Umsatz, Höchsteinsatz und Frist. Die Zahlen stammen aus den Bedingungen der Casinos, und der Vergleich wird aktualisiert, sobald sich daran etwas ändert.