
BGH zu Online-Casino-Verlusten: Urteil im Tipico-Verfahren für Januar 2027 angekündigt
Der Bundesgerichtshof hat im September über die Rückforderung von Online-Casino-Verlusten verhandelt. Das Urteil im Leitverfahren gegen Tipico Games ist laut Gerichtssprecherin für den 28. Januar 2027 angekündigt. [1]
Nach Beck-aktuell neigt der BGH nach vorläufiger Einschätzung dazu, die Spielverträge für nichtig zu halten und den Anspruch zu bejahen. Entschieden ist das noch nicht. [1]
Worum es geht
Der Kläger spielte zwischen Dezember 2020 und September 2022 Online-Casinospiele bei Tipico Games, das eine Lizenz aus Malta, aber keine deutsche Erlaubnis hatte. Er verlangt rund 10.000 Euro zurück und hat seine Ansprüche an einen Prozessfinanzierer abgetreten. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters sind Tausende ähnliche Fälle bei deutschen Gerichten anhängig, rund 300 davon beim BGH. [1]
Tipicos Anwalt bat das Gericht, zwei noch offene Entscheidungen des EuGH abzuwarten. Das Unternehmen beruft sich auch auf Vertrauensschutz. [1] Im April 2026 hatte der EuGH im Verfahren C-440/23 entschieden, dass das EU-Recht solchen Rückforderungen nicht entgegensteht. [2]
Was das für Sie bedeutet
Das Verfahren betrifft Spiele ohne deutsche Erlaubnis aus den Jahren 2020 bis 2022. Aus ihm folgt kein allgemeiner Anspruch auf Erstattung, und jeder Fall hängt von seinen Tatsachen ab.
Bei Anbietern außerhalb der EU sehen wir eine zusätzliche Frage: Selbst ein gewonnenes Urteil muss sich dort auch durchsetzen lassen, und das kann schwierig sein. Spielen Sie also nie mit dem Gedanken, sich Verluste später zurückzuholen.
Keines der Casinos in unserem Vergleich hat eine Erlaubnis der GGL. Das Angebot ist in Deutschland illegal, und nach § 285 StGB können sich grundsätzlich auch Spieler strafbar machen. Hilfe bekommen Sie beim BIÖG-Beratungstelefon unter 0800 1 37 27 00.
Unsere Sicht
Wir spielen selbst und halten viel von Regeln, die wirklich schützen, etwa Einzahlungslimits, die jeder Spieler selbst festlegt. Weniger halten wir von starren Vorgaben wie dem Regel-Höchsteinsatz von 1 Euro und der 5-Sekunden-Regel, die vor allem den Spielablauf verändern. Das ändert nichts an der Rechtslage.
Das Verfahren zeigt, wie unübersichtlich die Lage über Jahre war. Ob Rückforderungen dem Spielerschutz dienen, bleibt offen: An solchen Klagen verdienen auch Prozessfinanzierer, und wer verloren hat, bekommt erst nach einem langen Weg etwas zurück, wenn überhaupt.
Häufige Fragen
Hat der BGH schon entschieden?
Nein. Das Urteil im Verfahren I ZR 216/25 ist laut Gerichtssprecherin für den 28. Januar 2027 angekündigt. Die bisherige Einschätzung des Senats ist vorläufig.
Ist das Spielen in Casinos ohne deutsche Erlaubnis strafbar?
Es kann strafbar sein. Das Angebot ist in Deutschland illegal, und nach § 285 StGB kann sich grundsätzlich auch strafbar machen, wer als Spieler an einem solchen Angebot teilnimmt.