KonferenzBerlin, 10. November 2026.
Gaming in Germany Conference 2026: Diese Themen stehen in Berlin auf der Agenda
Am Dienstag, 10. November 2026, findet im DoubleTree by Hilton am Kurfürstendamm in Berlin die Gaming in Germany Conference statt. Die erste Agenda, veröffentlicht am 9. September, reicht von der Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 über den Schwarzmarkt bis zu Prediction Markets und Online Casino Lizenzen in Nordrhein-Westfalen. [1] [2]
Die eintägige Konferenz richtet sich an Fachleute aus dem regulierten deutschen Markt: Anbieter, Aufsichtsbehörden, Anwältinnen und Anwälte sowie Branchenverbände. Auf der Bühne wird diskutiert, nicht entschieden. Was dort gesagt wird, ist keine neue Rechtslage, zeigt aber, wohin die Debatte über die Regulierung in Deutschland geht. [2]
Termin, Ort und Format
| Datum | Dienstag, 10. November 2026 |
|---|---|
| Ort | DoubleTree by Hilton Berlin Ku'damm |
| Format | eintägige Fachkonferenz, sechs Themenblöcke |
| Zielgruppe | Anbieter, Regulierer, Kanzleien, Verbände |
| Stand der Agenda | erste Fassung vom 9. September 2026 |
Gründer Willem van Oort beschreibt die Auswahl so: „Das sind alles Themen, die für ein erfolgreiches iGaming-Geschäft in Deutschland hochrelevant sind.“ [2] Die Agenda kann sich bis zum Termin noch ändern.
Block 1: Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags
Der Auftakt gehört der Regulierung. Eine Keynote hält laut Ankündigung ein leitender Vertreter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), danach folgt ein Update zur Rechtslage von Dr. Jörg Hofmann (Melchers). Die Sicht der Anbieter bringen Dr. Dirk Quermann vom Deutschen Online Casinoverband (DOCV) und Mathias Dahms vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV) ein. [2]
Die Evaluierung ist das wichtigste Thema des Jahres. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Sportwetten erlaubnisfähig gemacht, aber mit strengen Vorgaben wie dem Einzahlungslimit und dem Höchsteinsatz pro Dreh. Welche dieser Vorgaben bleiben, ist für Spieler wie Anbieter die zentrale Frage. Den aktuellen Stand zu den Einsatzlimits bei Online-Slots haben wir gesondert zusammengefasst.
Block 2: Der Schwarzmarkt
Unter dem Titel „The Threat of the Black Market“ geht es um Angebote ohne deutsche Erlaubnis. Auf dem Programm stehen Alexander Müller (Bundesvorstand der FDP) zum Spielerschutz, Vasiliki Panousi (Kaizen) zur Durchsetzung, Christian Heins (European Gambling Gathering) zu Brancheninitiativen und Thore Sieck vom Zahlungsdienstleister Adyen zu Zahlungslösungen. [2]
Das Thema hat in diesem Jahr Gewicht bekommen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt geht gegen ein mutmaßliches Netzwerk mit 5,86 Milliarden Euro Spieleinsätzen vor, und die CasinoSecrets-Recherche hat anhand geleakter Unterlagen gezeigt, wem bekannte Offshore-Marken gehören. Dazu kommt das EuGH-Urteil C-440/23, das das frühere deutsche Verbot trotz Malta-Lizenz bestätigt hat.
Block 3: Prediction Markets, Sweepstakes und Online Casino in NRW
Der dritte Block dreht sich um neue Produkte und Märkte: [2]
- Prediction Markets und Sweepstakes mit Dr. Jörg Hofmann und Dr. Christian Rapani. Bei Prediction Markets wird auf den Ausgang von Ereignissen gehandelt, Sweepstakes-Modelle arbeiten mit virtuellen Währungen. Ob und wie solche Angebote unter das deutsche Glücksspielrecht fallen, ist offen.
- Online Casino Lizenzen in NRW mit Dr. Carsten Bringmann (Noerr). Online-Tischspiele wie Roulette und Blackjack regelt nicht der Bund, sondern jedes Land selbst.
- Staatliche Monopole und EU-Recht mit Prof. Dr. Christian Piska (Universität Wien).
- E-Sport-Wetten mit Dr. Nepomuk Nothelfer.
Blöcke 4 bis 6: Neuvergabe, Geldwäsche, Österreich, Marktdaten
Im vierten Block geht es um aktuelle Herausforderungen: die Neuvergabe von Erlaubnissen mit Dr. Damir Böhm (Tipwin), die neue EU-Verordnung gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mit Jochen Biewer (Chevron Group) und Datenschutz mit Mohamed Messaoudi (Docap). [2]
Block fünf blickt nach Österreich, wo die Neuregulierung des Online-Casinomarkts ansteht, mit Dr. Christian Rapani. Zum Abschluss liefern Josh Hodgson (H2 Gambling Capital) und Jeffrey Haas (Blask) ein Update zu den Zahlen des deutschen Markts. [2]
Warum die Konferenz auch Spieler betrifft
Eine Fachkonferenz ändert keine Gesetze. Die Themen in Berlin sind aber genau die, die über das Spielangebot der nächsten Jahre entscheiden:
- Limits und Produktregeln: Die Evaluierung bestimmt, ob Einzahlungslimit, Höchsteinsatz und Spielpausen so bleiben.
- Tischspiele: Ob Roulette und Blackjack online legal angeboten werden, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.
- Durchsetzung: Zahlungssperren und Maßnahmen gegen Anbieter ohne Erlaubnis betreffen alle, die bei ausländischen Casinos spielen.
Was eine ausländische Lizenz für Spieler in Deutschland bedeutet, erklären wir im Ratgeber zu ausländischen Casino-Lizenzen.
Aktualisierung nach der Konferenz
Wir ergänzen diesen Beitrag nach dem 10. November mit den wichtigsten Aussagen von der Bühne, vor allem zur Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags und zur Haltung der GGL.